Corona-Hilfsprogramme

letzte Aktualisierung: 20.1.2020

I. Stadt / Land Gießen

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I.-1. Corona-Hilfsfonds der Stadt Gießen

  • Corona-​Hilfsfonds für Sport und Kultur in Höhe von 50.000 Euro
  • Für Vereine, Initiativen und Verbände aus dem Bereich Sport und Kultur sowie im Kulturbereich arbeitende Solo-​Selbständige
  • Für Vereine liegt die Höchstförderung bei 5.000,- €, hiermit sollen Einnahmeausfälle kompensiert oder Maßnahmen finanziert werden, die zur Aufrechterhaltung des Betriebs unter Pandemiebedingungen erforderlich sind
  • Die Unterstützung für die im Kulturbereich arbeitenden Solo-​Selbständigen erfolgt durch ein einmaliges Stipendium in Höhe von bis zu 1.000,- € und soll die Fortführung eines Projekts bzw. einer künstlerischen Tätigkeit stützen
  • Anträge können beim Kulturamt gestellt werden
  • Der Gesamtbetrag in Höhe von 50.000,- € wird jeweils zur Hälfte im Haushaltsjahr 2020 und im Haushaltsjahr 2021 ausgeschüttet
  • Antragsfrist für Auszahlungen in 2020 ist dabei der 31.12.2020, Antragsfrist für Auszahlungen in 2021 der 31.12.2021
  • Solo-Selbständige: mind. 50% des Jahreseinkommens müssen sich aus solo-selbständiger Tätigkeit generieren. KSK-Mitgliedschaft oder gleichwertiger Nachweis ist notwendig
  • Die Entscheidung über die Vergabe dieser Haushaltsmittel an Vereine, Initiativen, und Verbände sowie im Kulturbereich arbeitende Solo-Selbständige trifft die zuständige Dezernentin für Sport und Kultur
    Es handelt sich jeweils um nicht rückzahlbare Zuschüsse. Zuwendungen werden nur auf Antrag gewährt

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I.-2. Vorhang auf in der Kulturregion Landkreis Gießen

  • Das Förderprogramm des Landkreis Gießen unterstützt professionelle Kunstschaffende und Veranstalter*innen im Bereich Kultur, die durch die Corona-Pandemie hohe finanzielle Einbußen haben
  • Gefördert werden die Honorare von Kunstschaffenden aus dem Landkreis Gießen, die im Rahmen von öffentlich zugänglichen Kulturveranstaltungen im Landkreis Gießen auftreten und die damit ganz oder teilweise ihren Lebensunterhalt bestreiten.
  • Die Förderhöhe beträgt das 1,5-fache des Künstlerhonorars der jeweiligen Kunstschaffenden, höchstens jedoch 500 €
  • Der Förderzeitraum beginnt am 21. September 2020 und endet, sobald die durch den Kreistag bewilligten Haushaltsmittel verausgabt sind
  • Antragsberechtigt sind natürliche Personen, Vereine, Institutionen und Gewerbetreibende aus dem Landkreis Gießen, die öffentlich zugängliche Kulturveranstaltungen im Landkreis Gießen anbieten, welche aufgrund geltender Corona-bedingter Hygieneregeln nur vor verminderter Publikumszahl stattfinden können.

Fördervoraussetzungen:

  • Die Kulturveranstaltung fand bzw. findet im Landkreis Gießen statt und war bzw. ist öffentlich zugänglich.
  • Die Veranstaltung beinhaltet(e) den Auftritt mindestens einer kunstschaffenden Person aus dem Landkreis Gießen, die ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus der künstlerischen Tätigkeit bestreitet. Ist der Veranstalter als solcher im Landkreis Gießen gewerblich tätig, muss die kunstschaffende Person nicht aus dem Landkreis Gießen stammen.
  • Die Veranstaltung wurde bzw. wird bei der Künstlersozialkasse angemeldet.
  • Die Zahl der im Veranstaltungsort verkaufbaren Publikumsplätze ist bzw. war aufgrund der Corona-bedingten Hygienebestimmungen eingeschränkt.
  • Die Veranstaltung fand bzw. findet im Förderzeitraum statt.

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I.-3. Förderpreis „Kulturregion Landkreis Gießen“

  • Der Förderpreis „Kulturregion Landkreis Gießen“ des Landkreises Gießen fördert bestehende kulturelle Angebote in Städten, Gemeinden und Dörfern und unterstützt neue Initiativen. Er wird jährlich vergeben
  • „Kultur stärkt Demokratie – für Teilhabe, Mitbestimmung und Vielfalt in der Corona-Krise“ lautet das Motto des Kulturförderpreises 2020. Mit diesem Schwerpunktthema werden Aktivitäten zur Bewerbung aufgerufen, die Kultur auch während der Pandemie ermöglichen
  • Aufgerufen sind nichtkommerzielle sowie kommerzielle Kulturschaffende aus den Bereichen Musik, Gesang, darstellende Kunst (Tanz, Theater), kulturelles Erbe, Museen, bildende Kunst, Literatur, Film und Medien u.a. Angesprochen sind außerdem Kulturermöglicher*innen, die 2020 Veranstaltungen mit künstlerisch-kulturellem Schwerpunkt durchgeführt haben
  • 1. Preis: 5.000 € – 2. Preis: 3.000 € – 3. Preis: 2.000 €; Die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2021

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II. Land Hessen

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II.-1. Notfallkasse

  • Bis zu 100.000 Euro einmalige Zuwendung zur Abwendung der pandemiebedingten Härte.
  • Gefördert werden können hessische Unternehmen und nicht-öffentliche Institutionen, die bisher nicht über andere Corona-Hilfsprogramme unterstützt werden konnten oder denen der vertretbare Einsatz eigener Mittel bzw. die Inanspruchnahme von weiteren Finanzierungsalternativen nicht möglich ist.
  • Antragsberechtigt sind Unternehmen und Betriebe und nicht-öffentliche Institutionen aller Größenklassen unabhängig von ihrer Rechtsform, deren pandemiebedingte Härten nach dem 11. März 2020 entstanden sind. Die Antragsteller müssen ihren Hauptsitz bzw. ersten Wohnsitz in Hessen haben und hier steuerlich geführt werden.
  • Mit dem Neuen Hessenplan stellt das Wirtschaftsministerium bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Die Einzelunterstützung soll im Regelfall 100.000 € nicht übersteigen.
  • Anträge können ausschließlich online auf corona-notfallkasse-hessen.de gestellt werden bis zum 30. Juni 2021. Eine Zwischenspeicherung des Antrags ist nicht möglich
  • Da es sich um Betriebe und Unternehmen handelt, die belegen müssen, warum sie bisher keine oder keine ausreichenden Hilfen erhalten haben, werden die Anträge genau geprüft und dann von einer Kommission bewertet

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II.-2. Soforthilfe für gemeinnützige Vereine

  • Das Land Hessen fördert mit dem Programm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ die Vereins- und Kulturlandschaft, um die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern.
  • Je nach Situation können bis zu 10.000 Euro finanzielle Unterstützung beantragt werden.
  • Für Nachwuchsarbeit, Mieten / Betriebskosten (Wasser, Strom, weitere Nebenkosten), Instandhaltungen, Kosten für bereits in Auftrag gegebene und durch die Pandemie abgesagten Projekte

Soforthilfe aus dem Bereich Kultur können Vereine, Kulturbetriebe und Spielstätten sowie Laienensembles beantragen, die nicht von der öffentlichen Hand getragen werden und in einem der folgenden Verbände Mitglied sind:

  • Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren (LAKS) in Hessen
  • Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen
  • Hessische Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege
  • Hessischer Literaturrat
  • Landesmusikrat
  • Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste (laPROF)
  • Landesverband der Jugendkunstschulen in Hessen
  • Verband hessischer Amateurtheater
  • Hessischer Museumsverband
  • die unter dem Dach der Initiative HessenFilm versammelten Einrichtungen

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II.-3. HessenFonds

  • Für Unternehmen, die infolge der Corona-Pandemie in Notlage geraten sind und deren Bestandsgefährdung erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, die technologische oder wirtschaftliche Souveränität, Versorgungssicherheit, kritische Infrastrukturen oder den Arbeitsmarkt in Hessen hätte
  • Der HessenFonds sieht zwei Stabilisierungsinstrumente vor:
    • Bürgschaft für Bankkredite (Bürgschaft ab 2,5 Mio. Euro)
    • Stille Beteiligungen (in der Regel bis 50 Mio. Euro)
    Eine kombinierte Beantragung beider Produkte ist möglich
  • Gefördert werden können Unternehmen, die im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr vor dem 1. Januar 2020 eine Bilanzsumme von mehr als 10 Mio. Euro ausweisen und zusätzlich Umsatzerlöse von mehr als 10 Mio. Euro und höchstens 50 Mio. Euro erwirtschaftet haben oder zwischen 50 und 249 Mitarbeitende beschäftigt haben
  • Unabhängig von den vorstehenden Größenkriterien sind Start-ups antragsberechtigt, wenn sie seit dem 1. Januar 2017 in mindestens einer Finanzierungsrunde von privaten Kapitalgebern mit mindestens 5 Mio. Euro bewertet wurden (einschließlich des eingeworbenen Kapitals)

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III. Allgemeine Maßnahmen Des Bundes

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III.-1. Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung

  • Sichert den Lebensunterhalt, wenn keine vorrangigen Hilfen (z.B. Wohngeld) greifen
  • Antragstellung verlängert bin 31. März 2021 (Beschluss des Deutschen Bundestags vom 5. Nov. 2020)
  • Bewilligungszeitraum sechs Monate
  • Befristete Aussetzung der Berücksichtigung von Vermögen, wenn liquides Vermögen kleiner 60.000 € und 30.000 € für jedes weitere Haushaltsmiglied; selbst bewohnte Immobilien, Kfz und Altersvorsorgeprodukte zählen hierbei nicht zum Vermögen
  • Befristete Anerkennung der tatsächlichen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung als angemessen
  • Erleichterungen bei der Berücksichtigung von Einkommen in Fällen einer vorläufigen Entscheidung

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III.-2. Überbrückungshilfe 3

  • Die Überbrückungshilfe III sieht eine anteilige Erstattung der betrieblichen Fixkosten vor.
  • Der Förderzeitraum umfasst den November 2020 bis Juni 2021.
  • Rechtsgrundlage voraussichtlich bis 1 Mio. € Kleinbeihilferegelung/ De-minimis-Verordnung, 2-4 Mio. € Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020
  • beantragungsfähig vermutlich noch im Januar 2021, Abschlagszahlungen ebenfalls bereits im Januar bis zu 50.000 € per Monat
  • Beginn der regulären Auszahlungen Anfang März 2021
  • Unternehmen können Anträge elektronisch durch prüfende Dritte (das heißt Steuerberaterinnen und Steuerberater, Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüferinnen und Buchprüfer oder Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte) über die Überbrückungshilfe-Plattform stellen (www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de).

Antragsberechtigt sind Unternehmen (ebenso Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe) mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen € in Deutschland,  wenn sie einen:

  • Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Sie können die Überbrückungshilfe III für den betreffenden Monat
    beantragen. Ein darüberhinausgehender Nachweis entfällt.

Erstattungshöhe abhängig von der Höhe des Umsatzrückgangs
gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2019:

  • Umsatzeinbruch mehr als 70 Prozent: Es werden bis zu 90 Prozent der monatlichen Fixkosten erstattet.
  • Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent – 70 Prozent: Es werden bis zu 60 Prozent der monatlichen Fixkosten erstattet.
  • Umsatzeinbruch zwischen 30 Prozent – 50 Prozent: Es werden bis zu 40 Prozent der monatlichen Fixkosten erstattet.

Erstattungsfähige Fixkosten sind:

  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer sind förderfähig, wenn sie für das Jahr 2019 steuerlich abgesetzt wurden. Sonstige Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig.
  • Weitere Mietkosten, insbesondere für Fahrzeuge und Maschinen
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  • Abschreibungen auf Wirtschaftsgüter bis zu einer Höhe von 50 Prozent
  • Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Grundsteuern
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  • Kosten für den Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen
  • Kosten für Auszubildende
  • Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind (z.B. MiniJobber), werden pauschal mit 20 Prozent der Fixkosten nach den Ziffern 1 bis 11 gefördert.
    Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.
    Aber: Ein fiktiver Unternehmerlohn kann bei Unternehmen und Soloselbständigen, die kein Geschäftsführergehalt in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung ausweisen, bis zur Höhe der gesetzlichen Pfändungsfreigrenze (1.178,59 € mtl.) als Fixkosten angerechnet werden.
  • Bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bis zu 20.000 Euro zur Umsetzung von Hygienekonzepten.
  • Investitionen in Digitalisierung (z.B. Aufbau oder Erweiterung eines Online-Shops, Eintrittskosten bei großen Plattformen). Es werden angemessene Kosten bis zu 20.000 Euro pro Monat erstattet, die im Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 angefallen sind.
  • Marketing- und Werbekosten maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben im Jahre 2019.

Sonstiges

  • Kosten des privaten Lebensunterhalts wie die Miete oder Zinszahlungen für die Privatwohnung, mit Ausnahme von (anteiligen) Kosten für ein Arbeitszimmer, falls dieses 2019 bereits steuerlich geltend gemacht wurde, Krankenversicherungsbeiträge sowie Beiträge zur privaten Altersvorsorge werden nicht durch die Überbrückungshilfe abgedeckt
  • Damit auch insofern die Existenz von Unternehmensinhabern, Freiberuflern und Soloselbständigen nicht bedroht ist, wurde der Zugang zur Grundsicherung (SGB II) vereinfacht.
  • Unternehmerlohn ist nicht förderfähig.
  • Überbrückungshilfe muss als gewinnerhöhende Betriebseinnahme in der Gewinnermittlung 2020 erfasst werden.
  • Die auszahlende Stelle der Überbrückungshilfe teilt dem Finanzamt, welches für Sie zuständig ist, mit, wie hoch die Überbrückungshilfe war, die Sie im Jahr 2020 erhalten haben.
  • Umsatzsteuer fällt auf die Überbrückungshilfe nicht an
  • Einzelne Bundesländer weichen von den Vorgaben des Bundes ab und finanzieren beispielsweise aus Landesmitteln einen sogenannten fiktiven Unternehmerlohn
    -> derzeit Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen
  • Der Antrag ist zwingend durch einen prüfenden Dritten im Namen des Antragsstellers einzureichen
  • Prüfende Dritte i. S. d. § 3 StBerG können Steuerberater inklusive Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte sein
  • Im Nachgang erfolgt gleichfalls über einen prüfenden Dritten eine Schlussabrechnung über die tatsächlichen Umsatzeinbrüche und angefallenen Fixkosten
  • Ggf. zu viel gezahlte Hilfen sind zurückzuzahlen
  • Sollten die tatsächlichen Umsatzeinbrüche und/oder tatsächlich angefallenen Fixkosten höher ausfallen als bei der Antragstellung angegeben, erfolgt auf entsprechenden Antrag im Rahmen der Schlussabrechnung eine Nachzahlung für die 2. Phase der Überbrückungshilfe
  • Antragstellung online auf www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

Überbrückungshilfe 3 und Veranstaltungsbranche

  • Für die Veranstaltungs- und Kulturbranche werden im Rahmen der allgemeinen Zuschussregeln zusätzlich zu den übrigen förderfähigen Kosten auch die Ausfall- und Vorbereitungskosten für geschäftliche Aktivitäten im Zeitraum von März bis Dezember 2020 erstattet.
  • Dabei sind sowohl interne projektbezogene wie externe Kosten förderfähig. Bereits erstattete Kosten sind in Abzug zu bringen.
  • Erstattungen von Ausfall- und Vorbereitungskosten in diesem Sinne werden bis zu einem Betrag von 200.000 Euro je Monat des vorgenannten Zeitraums nicht auf die maximale Förderung der Überbrückungshilfe III angerechnet.

Sonderregelung für Einzelhändler
zum Beispiel für Weihnachtsartikel, Feuerwerkskörper und Winterkleidung, aber auch verderbliche Ware, die unbrauchbar wird, wenn sie nicht verkauft werden konnte.

  • Einzelhändler können daher unter bestimmten Voraussetzungen ihre Abschreibungen auf das Umlaufvermögen bei den Fixkosten berücksichtigen. Diese Warenabschreibungen können zu 100 Prozent als Fixkosten zum Ansatz gebracht werden.
  • Die Regelung betrifft Wertverluste aus verderblicher Ware oder sonst einer dauerhaften Wertminderung unterliegender Ware (d.h. saisonale Ware der Wintersaison 2020/2021), die im Jahr 2020 eingekauft wurden.
  • Die Warenwertabschreibung berechnet sich aus der Differenz der kumulierten Einkaufspreise und der kumulierten Abgabepreise für die gesamte betrachtete Ware. Sonstiger Aufwand bleibt dabei unberücksichtigt; dies gilt insbesondere für den Einkaufs- und Verkaufsaufwand.
  • Missbrauch soll so weit wie möglich ausgeschlossen und eine effektive Kontrolle gewährleistet werden. Voraussetzung ist daher, dass das Unternehmen im Jahr 2019 aus ihrer regulären Geschäftstätigkeit einen Gewinn und im Jahr 2020 einen Verlust erwirtschaftet hat und direkt von Schließungsanordnungen betroffen ist. Für Unternehmen,
    die erst 2020 gegründet wurden gelten Sonderregeln.
  • Die Unternehmen müssen ür die Schlussabrechnung Inventurbewertungen oder andere stichhaltige Belege für den
    Warenbestand und seine Veränderungen vorgelegen. Eine eidesstattliche Versicherung und eine Bestätigung durch den prüfenden Dritten zu den Angaben ist vorzulegen.

Exkurs: Was sind ungedeckte Fixkosten?

Ungedeckte Fixkosten sind die Fixkosten, die

  • Unternehmen während des beihilfefähigen Zeitraums nach § 2 Absatz 1 entstanden sind bzw. entstehen (derzeit 1. März 2020 bis 30. Juni 2021),
  • im selben Zeitraum nicht durch den Deckungsbeitrag (d.h. die Differenz zwischen Erlösen und variablen Kosten) gedeckt sind und die
  • nicht anderweitig gedeckt sind, insbesondere durch
    • Versicherungen,
    • befristete Beihilfemaßnahmen auf der Grundlage der Mitteilung der Kommission C(2020) 1863 (Befristeter Rahmen für staatliche Beihilfen zur Stützung der Wirtschaft angesichts des derzeitigen Ausbruchs von COVID-19) in der jeweils aktuellen Fassung oder auf der Grundlage einer hierauf gestützten Beihilferegelung oder
    • Unterstützung aus anderen Quellen.
  • (aus: Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020, Fassung vom 20.11.2020)

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III.-3. Neustarthilfe für Soloselbständige

  • Die neue Überbrückungshilfe III umfasst auch die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbstständige“
  • Soloselbständige können im Rahmen der Überbrückungshilfe III statt einer Einzelerstattung von Fixkosten eine einmalige Betriebskostenpauschale („Neustarthilfe“) ansetzen.
  • Die Neustarthilfe steht Soloselbständigen zu, die ihr Einkommen im Jahr 2019 zu mindestens 51 Prozent aus ihrer selbständigen Tätigkeit erzielt haben.
  • Auch sog. unständig Beschäftigte können die Neustarthilfe beantragen. Einkünfte aus unständiger Beschäftigung werden insoweit den Umsätzen aus Soloselbständigkeit gleichgestellt.
  • Die volle Betriebskostenpauschale erhält, wessen Umsatz im Zeitraum Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem sechsmonatigen Referenzumsatz 2019 um 60 Prozent oder mehr zurückgegangen ist.
  • Die einmalige Betriebskostenpauschale beträgt 50 Prozent eines Referenzumsatzes. Der Referenzumsatz beträgt im Regelfall 50 Prozent des Gesamtumsatzes 2019. Damit beträgt die Betriebskostenpauschale normalerweise 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019.
  • Für Antragstellende, die ihre selbständige Tätigkeit erst ab dem
    1. Januar 2019 aufgenommen haben, gelten besondere Regeln.
  • Die maximale Höhe beträgt 7.500 €.
    Bei einem Umsatz von 20.000 € (Durchschnittsumsatz in der Künstlersozialkasse) werden also 5.000 € Neustarthilfe gezahlt.
  • Die Betriebskostenpauschale wird zu Beginn der Laufzeit als Vorschuss ausgezahlt, auch wenn die konkreten Umsatzeinbußen während der Laufzeit Januar 2021 bis Juni 2021 noch nicht feststehen. Sollte der Umsatz während der sechsmonatigen Laufzeit bei über
    40 Prozent des sechsmonatigen Referenzumsatzes liegen, sind die Vorschusszahlungen anteilig zurückzuzahlen.
  • Der Zuschuss zu den Betriebskosten ist aufgrund seines betrieblichen Charakters nicht auf Leistungen der Grundsicherung anzurechnen.
  • Es handelt sich um einen steuerbaren Zuschuss.

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III.-4. Sonderfonds 2021 ?

  • Es soll außerhalb der Überbrückungshilfe III ein Sonderfonds für Kulturveranstaltungen geschaffen werden, der einen Wirtschaftlichkeitsbonus für Corona-bedingt niedrig frequentierte Kulturveranstaltungen und für sowohl in Präsenzform als auch online angebotene Kulturveranstaltungen („hybride Veranstaltungen“) ermöglicht
  • Hinzu kommen soll ein Ausfallfonds für Kulturveranstaltungen, die für die Zeit ab Sommer 2021 geplant werden, aber Corona-bedingt abgesagt werden

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III.-5. Steuerliche Hilfsmaßnahmen

  • Der steuerliche Verlustrücktrag
    wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Millionen Euro bzw. 10 Millionen Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert sowie ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen
    Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer werden nach dem Gewinn bemessen, den der jeweilige Steuerpflichtige innerhalb eines Jahres erzielt. Der steuerliche Verlustrücktrag erlaubt es, die Verluste des laufenden Jahres mit Gewinnen des vorangegangenen Jahres (mehrerer vorangegangene Jahre) zu verrechnen. Dadurch verringert sich die steuerliche Bemessungsgrundlage dieser Vorjahre. Sind für sie Steuern entrichtet worden, werden sie von den Finanzämtern an den Steuerpflichtigen ganz oder teilweise zurückerstattet. Die Steuerpflichtigen erhalten hierdurch also einen Liquiditätszufluss.
  • Anpassung und Erstattung von Vorauszahlungen
    Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können außerdem die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt
    Außerdem wurde beschlossen, dass kleine und mittlere Unternehmen ab sofort neben den bereits für das Jahr 2020 geleisteten Vorauszahlungen auch eine Erstattung von für das Jahr 2019 gezahlte Beträge bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen können und zwar auf Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustes für das aktuelle Jahr
  • Stundung von Steuerzahlungen
    Wenn Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese Zahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. März 2021 bei ihrem Finanzamt stellen. Diese Maßnahme betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer. Die Steuern können im vereinfachten Verfahren längstens bis zum 30. Juni 2021 gestundet werden.
  • Vollstreckungsmaßnahmen aussetzen
    Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll bis zum Ende des Monats März 2021 verzichtet werden. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer

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III.-6. KfW-Schnellkredit

  • KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau
  • Der KfW-Schnellkredit steht kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbständigen zur Verfügung, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind
  • Des Weiteren muss das Unternehmen in der Summe der Jahre 2017-2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt haben. Sofern das Unternehmen bislang nur für einen kürzeren Zeitraum am Markt ist, wird dieser Zeitraum herangezogen
  • Das Kreditvolumen pro Unternehmensgruppe beträgt bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019, maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50 und maximal 300.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 10
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen
  • Der Zinssatz beträgt aktuell 3% mit einer Laufzeit von 10 Jahren
  • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100% durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden. Es sind keine Sicherheiten zu stellen

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III.-7. Finanzielle Entschädigung bei angeordneter Quarantäne

  • Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) durch eine zuständige Behörde (Gesundheitsamt oder Ordnungsamt) unter Quarantäne gestellt wird oder mit einem Tätigkeitsverbot belegt wurde und einen Verdienstausfall erleidet, ohne krank zu sein, erhält grundsätzlich eine Entschädigung. (§56 IfSG)
  • Eine Quarantäne liegt vor, wenn sich eine bestimmte Person eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort (z.B. eigene Wohnung) aufhalten muss und sich in der Zeit nicht frei bewegen darf
  • Bei einem Tätigkeitsverbot wird einzelnen Personen durch behördliche Anordnung untersagt, eine bestimmte Tätigkeit für einen vorübergehenden Zeitraum auszuüben.
    Beispiel: Mitarbeiter eines Nahrungsmittelbetriebs, der eine Salmonelleninfektion hatte. Auch wenn der Betroffene keine Symptome mehr hat, darf er nicht in Bereichen arbeiten, in denen er mit Lebensmitteln in Kontakt kommt. Andere Tätigkeiten (z.B. im Büro) dürfen aber ausgeübt werden.
    Wegen COVID-19 wurden bisher keine Tätigkeitsverbote ausgesprochen
  • In den ersten sechs Wochen wird eine Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls erstattet. Ab der siebten Woche erfolgt die Entschädigung in Höhe des Krankengeldes der gesetzlichen Krankenkasse
  • Auch Selbstständige haben einen Anspruch auf Entschädigung
  • Die Anträge müssen innerhalb von 12 Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit oder dem Ende der Quarantäne gestellt werden.
  • Kein Anspruch besteht bei vorher oder zeitgleich eintretender Arbeitsunfähigkeit sowie bei Urlaub
  • Kein Anspruch auf Entschädigung besteht, wenn eine Quarantäne im Urlaub im Ausland angeordnet wurde
  • Eventuell kein Anspruch besteht bei angeordneter Quarantäne nach der Einreise aus einem ausgewiesenen Risikogebiet (Einzelfallprüfung)
  • Kein Anspruch besteht bei freiwilliger Quarantäne
  • Die angeordneten Schließungen von Geschäften, Betrieben, Kultureinrichtungen oder die Untersagung von Veranstaltungen aller Art stellen kein Tätigkeitsverbot im Sinne des Gesetzes dar

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III.-8. Künstlersozialkasse (KSK)

  • Es besteht wie auch vor der „Corona-Krise“ jederzeit die Möglichkeit, die Meldung des voraussichtlichen Jahresarbeitseinkommens aus selbstständiger künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit anzupassen, also zu senken oder zu erhöhen. Änderungen wirken nicht rückwirkend sondern ab dem Folgemonat
  • Wenn die Einkommenserwartung infolge der „Corona-Krise“ herabgesetzt werden muss, wird die Versicherungspflicht bis auf weiteres im laufenden Jahr auch dann fortgesetzt, wenn das Mindesteinkommen von 3.900 € jährlich nach aktueller Einschätzung nicht überschritten werden kann.
  • Erhaltene Soforthilfen gelten als Arbeitseinkommen
  • Hilfen zur privaten Lebensführung (Alg I o. II, Wohngeld) gelten nicht als Arbeitseinkommen

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III.-9. Finanzielle Entlastungen für Eltern

  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende mit einem Kind wird für die Jahre 2020 und 2021 auf jeweils 4.008,– € erhöht – von derzeit 1.908,– € jährlich (§ 24b Abs. 2 EStG). Der Erhöhungsbetrag für jedes weitere Kind bleibt dagegen unverändert bei 240,– €.
  • Für jedes Kind, für das die Eltern im Jahr 2020 mindestens für einen Monat Anspruch auf Kindergeld haben, gibt es einen Kinderbonus von 300,– €. Dieser wird in zwei Raten zu je 150,– € im September und Oktober 2020 ausgezahlt (§ 66 Abs. 1 Satz 2ff. EStG). Im Rahmen der Prüfung, ob für die Eltern das Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder günstiger sind, wird der Kinderbonus mit berücksichtigt.
  • Wenn Eltern vorübergehend vom Job freigestellt werden, weil sie ihre Kinder betreuen müssen, steht ihnen ein Lohnersatz in Höhe des Arbeitslosengelds zu, maximal aber 2.016,– €. Diese Entschädigung wird für maximal 10 Wochen gezahlt (Alleinerziehende 20 Wochen).

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IV. NEUSTART KULTUR &
Branchenspezifische Corona-Hilfsmaßnahmen

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  • Mit NEUSTART KULTUR hat die Bundesregierung im Sommer 2020 ein Rettungs- und Zukunftsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro aufgelegt, um den Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur dauerhaft zu erhalten
  • In über 50 Teilprogrammen, die in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Dachverbänden der Sparten entwickelt und realisiert wurden, sind bereits weit über 600 Millionen Euro und damit knapp zwei Drittel des gesamten NEUSTART KULTUR-Programms konkret belegt
  • Mehr als 500 Millionen Euro des Programms, das sich über die Jahre 2020/21 erstreckt, wurden mittlerweile den mit der Abwicklung betrauten Verbänden und Fonds zur Verfügung gestellt

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IV.-1. Kleinst-, Eintages- und „Umsonst & Draussen“-Musikfestival

Als Teil von NEUSTART KULTUR richtet sich dieses Programm zu „Erhalt und Stärkung der musikalischen Infrastruktur in Deutschland“ an Veranstalter:innen von Kleinst-, Eintages- und „Umsonst & Draußen“-Festivals. Sie übernehmen das inhaltliche, organisatorische und finanzielle Risiko für Produktion und Durchführung von Livemusik-Veranstaltungen als wichtige Präsentationsplattformen für ausübende Künstler:innen. Die Veranstalter:innen bilden damit ein wesentliches Fundament für die musikalische Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland.

  • Die Fördersumme beträgt bis zu 80 Prozent der Gesamtausgaben
  • Die Förderung erfolgt einmalig, projektbezogen und im Rahmen einer Festbetragsfinanzierung
  • Antragsberechtigt sind Veranstalter*innen von Kleinst-, Eintages- und „Umsonst & Draußen“-Musikfestivals mit überregionaler Bedeutung
  • Die Förderhöhe muss mindestens einen Umfang von 7.500 Euro haben
  • Projektbezogene Investitionen in technisches Equipment sind förderfähig, sie dürfen jedoch nicht mehr als 15 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen
  • Komplementärförderungen mit anderen Förderprogrammen des Bundes sind möglich
  • Anträge können ab dem 1. Februar 2021 bis zum 31. Mai 2021 gestellt werden

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IV.-2. Initiative Musik

  • Die Initiative Musik ist die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche für die deutsche Musikwirtschaft. Wir stärken die Präsentation und Verbreitung von Musik aus Deutschland im In- und Ausland
  • Schwerpunkte der Programme und Projekte sind die Unterstützung von Newcomer*innen, Musiker*innen mit Migrationshintergrund, Livemusikclubs und Musikunternehmen, sowie der Ausbau bundesweit nachhaltiger Strukturen für Rock, Pop und Jazz

Künstler*innenförderung der Initiative Musik

  • richtet sich an Solokünstler*innen und Bands, die in Deutschland leben. Gefördert wird eine breites Genrespektrum: neben Rock, Pop, Jazz und Hip-Hop auch Metal, experimentelle und elektronische Musik
  • Die Initiative Musik unterstützt mit diesem Förderprogramm insbesondere Newcomer*innen dabei, auf dem deutschen sowie dem internationalen Markt Fuß zu fassen. Gemeinsam mit ihren wirtschaftlichen Partnerunternehmen können Musiker*innen finanzielle Unterstützung für Albumproduktionen und -veröffentlichungen sowie für Konzerttourneen beantragen. Entscheidend für eine Förderung sind Originalität, musikalische Sprache und musikwirtschaftliches Potenzial
  • 4 Förderrunden pro Jahr. Die Termine für 2021 werden im Dezember 2020 veröffentlicht
  • NEUSTART KULTUR unterstützt das Programm Künstler*innenförderung mit zusätzlich 10 Millionen EuroAntragsberechtigt sind Musiker*innen, Interpret*innen, Künstler*innenensembles wie auch Autor*innen (nachfolgend: ‚Künstler*innen’) zusammen mit einem oder mehreren der nachfolgenden Unternehmen der Musikwirtschaft:
    Künstler*innenmanagements, Künstler*innenagenturen, Musikproduzent*innen, Musikverlage, Hersteller Audio- bzw. audiovisueller Aufnahmen, Tournee- und Konzertveranstalter*innen
  • Die Antragstellung durch Künstler*innen setzt im Interesse der Gewährleistung des Förderzweckes grundsätzlich die Mitantragstellung durch zumindest einen der aufgeführten Unternehmer der Musikwirtschaft voraus

Gefördert werden:

  • Werkkreation, Vorproduktion und Probenzeiten
  • Audio- und audiovisuelle Aufnahmen
  • Herstellung von Ton- und Bildtonträgern
  • Digitalisierung
  • Promotion- und Marketingmaßnahmen
  • Konzertauftritte von Künstler*innen im Rahmen von Konzert- und sonstigen Veranstaltungstourneen
  • die Teilnahme an internationalen Musikwettbewerben oder Musikmessen/Showcases
  • jeweils einschließlich der Personalkosten, soweit diese in unmittelbarem Zusammenhang mit den vorgenannten Inhalten stehen. Das Projekt kann aus einzelnen oder mehreren der vorstehenden Punkte bestehen
  • Bei den Darbietungen bzw. Aufnahmen der antragstellenden Künstler*innen sollte es sich in erster Linie um neugeschaffene Original Musikwerke handeln.
  • Die Förderung beträgt max. 90 % der jeweiligen Gesamtkosten pro Projekt. Der nachgewiesene Eigenanteil muss mindestens 10 % betragen.
  • Die Förderleistung ist pro Projekt beschränkt auf 67.500 EUR pro Jahr. Projekte mit einer beantragten Fördersumme unter 9.000 EUR finden in der Regel keine Berücksichtigung, d.h. die erforderlichen Gesamtkosten betragen bei der Künstler*innenförderung mindestens 10.000 EUR.

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IV.-3. Projektförderung Musikfonds

  • Auf Anregung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, ist durch sieben Verbände und Institutionen des Musiklebens in Deutschland im September 2016 der Musikfonds e.V. gegründet worden. Ziel des Musikfonds ist die Förderung der aktuellen Musik aller Sparten in ihrer Vielfalt und Komplexität.
  • Ziel des Musikfonds ist die Förderung der aktuellen Musik aller Sparten in ihrer Vielfalt und Komplexität. Der Musikfonds nimmt eine hochambitionierte Musik in den Fokus, die Kunst als Selbstzweck, als existenziell-kreative Notwendigkeit oder Folge unabdingbaren Ausdruckswillens begreift und nicht kommerziell orientiert ist. Mit Strahlkraft und Tiefe ist sie unabhängig, zukunftsbezogen und experimentell, ihrer Zeit voraus und visionär, brisant, kontrovers, provokativ und damit prägend auch für etablierte, wirtschaftlich tragfähige Teile des Musikbetriebs
  • Mit seinen Fördermaßnahmen spricht der Musikfonds alle Bereiche, Schnittmengen, genreübergreifende und interdisziplinäre Ansätze an: Neue Musik und zeitgenössische Moderne; Jazz und improvisierte Musik; freie Musik und Echtzeitmusik; elektronische und elektroakustische Musik; experimentellen HipHop, Pop und Rock; radikale Strömungen von DJing und Dance Music; Audio-Installationen und Klangkunst
  • Mit dem Musikfonds sollen herausragende Projekte aller Sparten der aktuellen Musik mit einer Antragssumme von bis zu 50.000 Euro unterstützt werden. Insgesamt stehen jährlich 2 Millionen Euro aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für den Fonds zur Verfügung
  • Antragstellerinnen und Antragsteller müssen im Bereich der professionellen zeitgenössischen Musik tätig sein. Dies schließt die Einbeziehung von Laien bzw. Amateuren in geförderten Projekten nicht aus; reine Amateurmusikprojekte sind jedoch von der Antragstellung ausgeschlossen
  • Die Antragsfrist für die nächste Förderrunde des Musikfonds für Anträge mit einer Antragssumme höher als 2.000 EUR bis maximal 50.000 EUR endet am 31. Januar 2021
  • Das Projektvorhaben darf nicht vor dem 1. April 2021 beginnen
  • Der Musikfonds hat im Rahmen von Neustart Kultur zusätzliche Mittel erhalten, die zum größten Teil für die Projektförderung zur Verfügung gestellt werden. Diese Mittel sollen innovative Projektvorhaben trotz der durch die Corona-Krise erschwerten Bedingungen ermöglichen und den Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland stimulieren
  • Änderung der möglichen Projektlaufzeit: Projekte, die Unterstützung durch Mittel aus Neustart-Kultur beantragen, müssen bis zum 30.11.2021 beendet und abgerechnet sein. Die geplanten Veranstaltungen müssen vor Mitte Oktober 2021 stattfinden.
  • Kurzfristige Anträge bis zu 2000 EUR können laufend beim Musikfonds gestellt werden
  • Begrüßt werden kreative Konzepte, die sich mit der Frage der aktuell eingeschränkten Aufführungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum (Konzertsäle, Clubs oder sonstige Bühnen) auseinandersetzen und ein Zeichen gegen den Verlust dieses für Musikerinnen und Musiker lebensnotwendigen Raums setzen
  • Für Aufführungen im öffentlichen Raum gelten die aktuellen gesetzlichen Vorschriften, insbesondere das Infektionsschutzgesetz und die darauf basierenden Verordnungen

Aus den Förderregularien:

  • Förderfähig sind insbesondere: Künstlerische Honorare in angemessener Höhe, projektbezogene Personalkosten, Reise- und Übernachtungskosten sowie Produktionskosten
  • Nicht forderfähig sind insbesondere: Benefizveranstaltungen, Wettbewerbe und Anschaffungsmaßnahmen (z.B. Instrumente, elektronische Gerate, Mobiliar)
  • Dauerförderungen (regelmäßige oder institutionelle Förderungen) sind ausgeschlossen

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IV.-4. Neustart Kultur für Übersetzer:innen

  • Der Deutsche Übersetzerfonds legt Programme unter dem Titel „Neustart Kultur“ auf. Im Zentrum stehen dabei die Übersetzerinnen und Übersetzer selbst sowie die Entfaltung ihrer künstlerischen Produktivität. Das bestehende Stipendienangebot des Deutschen Übersetzerfonds wird umfänglich erweitert
  • Mit den RADIAL-Stipendien werden die in der Bundesrepublik lebenden Übersetzer:innen aus dem Deutschen in andere Zielsprachen erstmals einbezogen – in Form von Arbeits-, Reise-, Initiativ- und Weiterbildungsstipendien
  • Das neue Programm extensiv initiativ aktiviert Übersetzerinnen und Übersetzer als Initiatoren neuer Übersetzungsprojekte und bezieht die Verlage als Partner mit ein. Gefördert werden beide Seiten: die Übersetzerin / der Übersetzer durch ein Stipendium, und der Verlag durch die Bezuschussung der Übersetzungskosten und die damit einhergehende Erleichterung der verlegerischen Kalkulation
  • Gefördert werden können Übersetzungen aus allen literarischen Genres (inkl. Kinder- und Jugendbuch, Lyrik, Comic und Graphic Novel, Theatertexte, Sachbuch und Essay) mit Anspruch an die sprachliche Gestaltung
  • Ein Schwerpunkt liegt auf Übersetzungen aus weniger repräsentierten Sprachen, von unbekannten oder weniger bekannten Autorinnen und Autoren sowie von literarischen Texten, die über das Marktgängige hinausgehen – eine Investition in den Erhalt und Ausbau der Vielfalt unserer literarischen Kultur
  • Antragsberechtigt sind Übersetzer:innen mit Zielsprache Deutsch ebenso wie Übersetzer:innen mit Ausgangssprache Deutsch, sofern sie ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben
  • Ein mit 1,5 Mio Euro ausgestatteter Projektfonds unterstützt neue Angebote von Kultureinrichtungen und Initiativen der freien Szene, die sich dem literarischen Übersetzen und seinen Protagonisten widmen
  • Förderziele sind die Etablierung, Sichtbarmachung und Vermittlung von literarischer Übersetzung im kulturellen Leben; die Unterstützung von in diesem Feld tätigen Initiator:innen, Veranstalter:innen und Institutionen sowie von Akteuren im Bereich der kulturellen Bildung; die Reduzierung von coronabedingten Einnahmeeinbußen und Existenzgefährdungen durch die projektbezogene Vergabe von Aufträgen an Akteure im Bereich Literaturübersetzung sowie der Aufbau von digitaler Infrastruktur für kulturelle Zwecke
  • Ein dritter Schwerpunkt ist die Entwicklung innovativer, digitaler Formen der Sicherung und Vermittlung übersetzerischen Wissens in einer neuen Onlineplattform. Gestärkt werden die Aktivitäten des
    TOLEDO-Programms, das neue Veranstaltungsformate entwickelt und die internationale Vernetzung voranbringt. Zur digitalen „Ausweitung der Übersetzerzone“ gehören u.a. die Erprobung von social translating und die Gründung einer virtuellen „Republik der Übersetzer:innen“.
  • Der nächste Bewerbungstermin für die zusätzlichen DÜF-Stipendien (für Übersetzer:innen ins Deutsche) und die Radial-Stipendien (für Übersetzer:innen aus dem Deutschen) ist der 15. Januar 2021 (weitere Termine: 15.5.2021, 15.9.2021).
  • Anträge für die nächste Förderrunde aus dem Programm extensiv initiativ und aus dem Projektfonds können zum 31. Januar 2021 eingereicht werden (letzter Termin: 30. April 2021).

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IV.-5. 100 neue Stücke für ein großes Publikum

  • Veranwortlich: Deutscher Literaturfonds / Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
  • Die Schließung der Theater seit Anfang März, die Absage von Theaterfestivals und die COVID19-induzierten, massiven Besucherbeschränkungen und Auflagen in der kommenden Spielzeit führen zu einer im schlechtesten Sinne dramatischen Situation für die Bühnenschriftsteller und Bühnenschriftstellerinnen:
    Sie haben (durch den Ausfall von oder Besucherbeschränkungen bei Vorstellungen) ein viel kleineres Publikum
    Das bedeutet: eine viel geringere Reichweite und Wahrnehmbarkeit der dramatischen Literatur, zumal bei den verbleibenden Aufführungen Textkürzungen hinzukommen, die durch zeitliche Auflagen bedingt sind (eine Vorstellung darf max. zwei Stunden ohne Pause dauern)
  • Das Programm des Deutschen Literaturfonds sieht vor, dass die Theatertexte von der jeweiligen Bühne zur Lektüre auf die theatereigene Website gestellt werden, so dass die Stücke auf diese Weise eigenständig für ein breiteres Publikum, als das im Theater zugelassene, zugänglich und rezipierbar sind. Dieses Format lässt sich durch z.B. Video- oder Audioaufnahmen begleiten, das ist aber keine Voraussetzung für die Bewerbung.
  • Bewerben können sich deutschsprachige Autorinnen und Autoren, deren Theaterstücke in den Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 in deutscher Sprache zur Premiere kamen und kommen. Für sie übernimmt der Deutsche Literaturfonds im Rahmen von „Neustart Kultur“ ein Honorar in Höhe von je 1.000 EUR
  • Die Anzahl der geförderten Theaterautorinnen und Theaterautoren ist auf 100 beschränkt. Die Zusage erfolgt per E-Mail an die ersten 100 Bewerber, die ihre Unterlagen vollständig und sachlich korrekt eingereicht haben. Der Literaturfonds beendet diesen Teil spätestens zum 31.12.2021.

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